Schweizerische Zentralstelle für die Weiterbildung der Mittelschullehrpersonen
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Gemeinsames Prüfen

Teilprojekt 2 der EDK: Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen

Aktuell kann davon ausgegangen werden, dass landesweit mehr als die Hälfte der Maturitätsprüfungen als «Hausmatur» konzipiert werden. Nicht wenige Fachschaften schreiben – im Sinne der Selbststeuerung – Prüfungen seit langem gemeinsam.

Im vergangenen Jahr hat die EDK das Projekt «Gymnasiale Maturität – Langfristige Sicherung des Hochschulzuganges»  lanciert. In dessen Rahmen wurde die WBZ CPS zur Mandatsträgerin des Teilprojektes 2 «Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen» bestimmt. Wir verfassen bis Ende 2013 einen Bericht zuhanden der Kantone, der den Ist-Zustand dokumentiert und darstellt, wie erreicht werden könnte, dass sich eine Kultur Gemeinsamen Prüfens – in einer auf die Weiterentwicklung des Unterrichts fokussierten Haltung – innerhalb der Gymnasien von unten nach oben und von innen nach aussen justiert und ausdehnt. Bis Ende 2014 skizzieren wir Empfehlungen zu Umsetzungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen. Die Hoheit über mögliche, daraus folgende Entscheide für die Gymnasien liegt anschliessend bei den einzelnen Kantonen.

 

Gemeinsames Prüfen als Mittel der Schulentwicklung

«Gemeinsames Prüfen» heisst, sich über die Planung und Durchführung von Leistungsbeurteilungen abzusprechen, die nach gemeinsamen Rahmenvorgaben entworfen und nach gemeinsam festgelegten Kriterien korrigiert und bewertet werden.
Die Koordination und Unterstützung solcher Versuche, Verfahren und Varianten Gemeinsamen Prüfens ist einer der Arbeitsschwerpunkte innerhalb unseres Auftrags «Entwicklungsunterstützung Mittelschulen». 

 

Schub für die Schulentwicklung

Gemeinsames Prüfen erhöht im Fachkreis, an der Schule und darüber hinaus die Vergleichbarkeit der Leistungsmessung. Zudem fördert es die Zusammenarbeit im Kollegium. Das gemeinsame Nachdenken über Ziele und Inhalte des Lehrens und Lernens gibt der Lehrplandiskussion Impulse und rückt den generellen Leistungsauftrag der Gymnasien, die «allgemeine Studierfähigkeit», in den Fokus.
Die Suche nach vergleichbarer Leistungsbeurteilung verleiht der dezentralen Schulentwicklung Schub und birgt gleichzeitig erhebliches Entlastungspotential für die Lehrpersonen.

 

Erfahrungen und Beispiele
Gemeinsames Prüfen spannt einen weiten Bogen. Er reicht von informellen Absprachen zwischen zwei und mehr Lehrpersonen im Hinblick auf eine koordinierte Leistungsbeurteilung bis hin zu kantonalen Maturitätsprüfungen.
Die Erfahrungen und Beispiele haben einen exemplarischen, teilweise werkstatthaften Charakter und erheben nicht den Anspruch, ein vollständiges Abbild Gemeinsamen Prüfens an den Gymnasien der deutschsprachigen Schweiz zu sein. Sie spiegeln den Stand der Entwicklung und sollen dazu anregen, selbst tätig zu werden, Kontakte zu knüpfen und Kooperationen zu bilden.

 

Kontakt
Romano Mero, Themenverantwortlicher Gemeinsames Prüfen

 

Begriffe und Grundlagen

  • Glossare und Tipps

    • «Aargauer Modell», «Erfüllungsgrad», «Gewichtung», «Referenzgruppe»? 
      Wir haben mit zwei Glossaren Ordnung geschaffen und damit die Basis für eine produktive Diskussion gelegt:

       

      Das thematische Glossar klärt Grundsätze, Vorgehensweisen und Kategorien gemeinsamer Leistungsbeurteilung und bringt sie in eine stimmige Begrifflichkeit.

      Das alphabetische Glossar ermöglicht den schnellen Stichwort-Zugriff auf einzelne Begriffe.

       

      Der Leitfaden "Thesen, Tendenzen, Tipps" umschreibt das Thema, schildert Wege zum Aufbau einer Kultur Gemeinsamen Prüfens und verweist auf weiterführende Literatur und Links.

  • Referate Romano Mero

    • Vom Grundlagenreferat an der KSGR in Flims (Mai 2010) bis zum Überblick über Gemeinsames Prüfen am Brunnen-Symposium der Schullleiterkonferenz des Kantons Zürich (April 2013) hat das Thema «Gemeinsames Prüfen» an den Gymnasien der Schweiz an Häufigkeit, Dichte und Formenvielfalt gewonnen.

       

      1. Gemeinsame Prüfungen
      Referat an der Jahresversammlung 2010 der KSGR (Konferenz Schweizerischer Gymnasialrektorinnen und Gymnasialrektoren) in Flims.

       

      2. Gemeinsames Prüfen als Mittel der Schulentwicklung – Nutzen für Schulen, Lehrpersonen, Lernende und das System Schule
      Referat an der Mittelschultagung des BRNWS (Bildungsraum Nordwestschweiz) vom 9. November 2012 in Aarau.

       

      3. Gemeinsames Prüfen in der Schweiz, ein Überblick
      Referat am 6. Brunnen – Symposium der  SLK (Schulleiterkonferenz des Kantons Zürich) vom 11. April 2013.

       

Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis: Kantone und Regionen

Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis: Schulen

Gemeinsames Prüfen: Mündlich

Gemeinsames Mündliches Prüfen ist eine Weiterentwicklung von Gemeinsamem Schriftlichem Prüfen. Während die Gütekriterien Reliabilität und Validität im mündlichen und schriftlichen Bereich grundsätzlich ähnliche Anforderungen stellen, ist die Erfüllung der Objektivität beim Mündlichen Prüfen eine grosse Herausforderung.

  • Gütekriterien und Verfahrensansprüche

    • Die einzelnen Verfahrensansprüche bei der Planung, Durchführung und Bewertung der Mündlichen Prüfung werden der Erfüllbarkeit der drei wichtigsten Gütekriterien Reliabilität, Validität und Objektivität gegenübergestellt. Das Papier zeigt auch die Grenzen der Vergleichbarkeit beim Mündlichen Prüfen auf.

  • Schulinterne Vergleichsprüfungen

    • An der Kantonsschule Alpenquai Luzern werden als Vorbereitung auf die Mündlichen
      Maturitätsprüfungen im 3. und 5. Schuljahr Schulinterne Mündliche Prüfungen geprobt, die eine Art Vergleichsprüfungen darstellen, weil eine Lehrperson aus dem Kollegium als Experte/in anwesend ist und Rückmeldungen zum Verlauf gibt.

  • Gemeinsame Wege zum Mündlichen Prüfen

    • An der Alten Kantonsschule Aarau führen wir einen zweijährigen Weiterbildungskurs zum Thema «Mündliches Prüfen» durch. Die Lehrpersonen überprüfen dabei die Gütekriterien ihrer Mündlichen Prüfungen im Hinblick auf die Vergleichbarkeit der Anforderungen und tauschen sich zu diesem Zweck fachintern und fachschaftsübergreifend aus.

Aus- und Weiterbildung zum Gemeinsamen Prüfen

Gemeinsames Prüfen als Mittel zur Schulentwicklung stärkt die Fachschaften.
Wir bieten schulerprobte Hol-Angebote und Weiterbildungskurse. Wir sind zudem daran, Gemeinsames Prüfen besser in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer zu verankern.

  • Hol-Angebot

    • Auf dem Weg zur Hausmatura – Planung, Validierung, Durchführung und Beurteilung einer Gemeinsamen Prüfung.

      Ausgehend von der individuellen Tradition der einzelnen Schule unterstützen wir den Prozess der «Hausmatura» (Eine Prüfung pro Fach und Schulstandort), helfen bei der Klärung der Rollen bezüglich Zusammenarbeit in der Fachschaft und geben wichtige Inputs im Hinblick auf die konkrete Anwendung der Gütekriterien.

  • Ausbildung der Lehrpersonen: Modul für den Fachdidaktikkurs

    • Junge Lehrpersonen haben meistens automatisch das Bedürfnis, ihre ersten Leistungskontrollen beim Unterrichten mit ihren Kolleginnen abzusprechen. Das vierstündige  Modul möchte – ausgehend vom einzelnen Fach – sensibilisierend wirken und dazu beitragen, dass «Gemeinsames Prüfen» auch nach mehreren Praxisjahren eine Selbstverständlichkeit bleibt.

Kooperation und Resonanz

  • Aufruf zur Kooperation

    • Gibt es an Ihrer Schule Beispiele oder Projekte Gemeinsamen Prüfens? Wir freuen uns, wenn Sie diese mit dem Formular «Praxisbeispiel» (Download) stichwortartig beschreiben und an Romano Mero einsenden. Vielen Dank!

  • Resonanz aus der Praxis

    • Ein «Rat Gemeinsames Prüfen», der aus Mitgliedern von Schulleitungen, Bildungsbehörden und Fachdidaktik besteht, die Erfahrungen mit Gemeinsamem Prüfen gemacht und umgesetzt haben, begleitet das Projekt. Dieses Resonanzorgan gewährleistet den Bezug zur Alltagspraxis und agiert als beratendes und motivierendes Netzwerk.