Schweizerische Zentralstelle für die Weiterbildung der Mittelschullehrpersonen
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Gemeinsames Prüfen

Aktuell kann davon ausgegangen werden, dass landesweit mehr als die Hälfte der Maturitätsprüfungen als «Hausmatur» (eine Prüfung pro Fach und Schule) konzipiert werden. Im Sinne der Selbststeuerung schreiben und bewerten nämlich nicht wenige Fachschaften die Abschlussprüfungen seit langem gemeinsam. Die Hausmatur ist aber nur eine Art des Gemeinsamen Prüfens, kann doch die fachschafsinterne Zusammenarbeit auch andere Formen annehmen und andere Resultate zeigen. Allen Formen des Gemeinsamen Prüfens gemeinsam ist ein Gewinn bezüglich Professionalität bei der Leistungsbeurteilung, eine verstärkte kollegiale Kooperation und ein entschiedener Schub Richtung Unterrichtsentwicklung.

 

Teilprojekt 2 der EDK: Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen
2012 hat die EDK das Projekt «Gymnasiale Maturität – Langfristige Sicherung des Hochschulzuganges»  lanciert. In dessen Rahmen wurde die WBZ CPS zur Mandatsträgerin des Teilprojektes 2 «Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen» bestimmt.

 

Im vorliegenden, Ende 2014 publizierten Bericht der WBZ CPS zuhanden der Kantone, wird der Ist-Zustand dokumentiert und dargestellt, wie erreicht werden könnte, dass sich eine Kultur Gemeinsamen Prüfens innerhalb der Gymnasien justiert und ausdehnt. Nach einer Klärung des Begriffs «Gemeinsames Prüfen», bietet der Bericht eine Übersicht über die verschiedenen Formen des Gemeinsamen Prüfens an den Schweizer Gymnasien und zeigt auf, welches die Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Unterstützung sind. Zu diesem Zweck werden drei Szenarien vorgestellt.

Gemeinsames Prüfen bietet Konfliktpotential und verursacht Kosten, vor allem wenn ein ausgleichender Mechanismus zwischen Verbindlichkeit einerseits und Autonomie der Schulen und Lehrpersonen andererseits angestrebt wird. Auch davon ist im Expertenbericht der WBZ CPS die Rede: Gezielte Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen, die Unterstützung und Begleitung von Fachschaften und Schulen und das Bereitstellen von zeitlichen und finanziellen Ressourcen sind wichtige Gelingensbedingungen. Nicht vergessen werden darf auch eine Klärung bezüglich dem Umgang mit den anfallenden Daten (Datenhoheit).

 

Politische Diskussion
Der Bericht «Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen» der WBZ CPS ist zusammen mit den Berichten zu den Teilprojekten 3 und 4 bis zum 31.3.2015 bei den interessierten Gremien in einer Anhörung.

Die «Umsetzungsarbeiten zum Gemeinsamen Prüfen» werden zur Zeit in den entsprechenden Gremien behandelt und voraussichtlich im Laufe des Jahres publiziert.

Die Hoheit über mögliche, aus den Berichten zum Teilprojekt 2 resultierende Entscheide für die Gymnasien liegt anschliessend bei den einzelnen Kantonen.

 

Der Bericht zum Teilprojekt 2 «Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen» steht hier als Download zur Verfügung.
 

Kontakt
Romano Mero, Themenverantwortlicher Gemeinsames Prüfen

 

Begriffe und Grundlagen

  • Glossare, Berichte und Tipps

    • «Aargauer Modell», «Erfüllungsgrad», «Gewichtung», «Referenzgruppe»? Wir haben mit zwei Glossaren Ordnung geschaffen und damit die Basis für eine produktive Diskussion gelegt:

      • Das thematische Glossar klärt Grundsätze, Vorgehensweisen und Kategorien gemeinsamer Leistungsbeurteilung und bringt sie in eine stimmige Begrifflichkeit.
      • Das alphabetische Glossar ermöglicht den schnellen Stichwort-Zugriff auf einzelne Begriffe.

       

      Bericht zum Teilprojekt 2 «Unterstützungsangebote zum Gemeinsamen Prüfen»

       

      Der Leitfaden "Thesen, Tendenzen, Tipps" umschreibt das Thema, schildert Wege zum Aufbau einer Kultur Gemeinsamen Prüfens und verweist auf weiterführende Literatur und Links.

  • Referate Romano Mero

    • Vom Grundlagenreferat an der KSGR in Flims (Mai 2010) bis zum Überblick über Gemeinsames Prüfen am Brunnen-Symposium der Schullleiterkonferenz des Kantons Zürich (April 2013) hat das Thema «Gemeinsames Prüfen» an den Gymnasien der Schweiz an Häufigkeit, Dichte und Formenvielfalt gewonnen.

       

      1. Gemeinsame Prüfungen
      Referat an der Jahresversammlung 2010 der KSGR (Konferenz Schweizerischer Gymnasialrektorinnen und Gymnasialrektoren) in Flims.

       

      2. Gemeinsames Prüfen als Mittel der Schulentwicklung – Nutzen für Schulen, Lehrpersonen, Lernende und das System Schule
      Referat an der Mittelschultagung des BRNWS (Bildungsraum Nordwestschweiz) vom 9. November 2012 in Aarau.

       

      3. Gemeinsames Prüfen in der Schweiz, ein Überblick
      Referat am 6. Brunnen – Symposium der  SLK (Schulleiterkonferenz des Kantons Zürich) vom 11. April 2013.

       

Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis: Kantone und Regionen

Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis: Schulen

Gemeinsames Prüfen: Mündlich

Gemeinsames Mündliches Prüfen ist eine Weiterentwicklung von Gemeinsamem Schriftlichem Prüfen. Während die Gütekriterien Reliabilität und Validität im mündlichen und schriftlichen Bereich grundsätzlich ähnliche Anforderungen stellen, ist die Erfüllung der Objektivität beim Mündlichen Prüfen eine grosse Herausforderung.

  • Gütekriterien und Verfahrensansprüche

    • Die einzelnen Verfahrensansprüche bei der Planung, Durchführung und Bewertung der Mündlichen Prüfung werden der Erfüllbarkeit der drei wichtigsten Gütekriterien Reliabilität, Validität und Objektivität gegenübergestellt. Das Papier zeigt auch die Grenzen der Vergleichbarkeit beim Mündlichen Prüfen auf.

  • Schulinterne Vergleichsprüfungen

    • An der Kantonsschule Alpenquai Luzern werden als Vorbereitung auf die Mündlichen
      Maturitätsprüfungen im 3. und 5. Schuljahr Schulinterne Mündliche Prüfungen geprobt, die eine Art Vergleichsprüfungen darstellen, weil eine Lehrperson aus dem Kollegium als Experte/in anwesend ist und Rückmeldungen zum Verlauf gibt.

  • Gemeinsame Wege zum Mündlichen Prüfen

    • An der Alten Kantonsschule Aarau führen wir einen zweijährigen Weiterbildungskurs zum Thema «Mündliches Prüfen» durch. Die Lehrpersonen überprüfen dabei die Gütekriterien ihrer Mündlichen Prüfungen im Hinblick auf die Vergleichbarkeit der Anforderungen und tauschen sich zu diesem Zweck fachintern und fachschaftsübergreifend aus.

Aus- und Weiterbildung zum Gemeinsamen Prüfen

Gemeinsames Prüfen als Mittel zur Schulentwicklung stärkt die Fachschaften.
Wir bieten schulerprobte Hol-Angebote und Weiterbildungskurse. Wir sind zudem daran, Gemeinsames Prüfen besser in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer zu verankern.

  • Hol-Angebot

    • Auf dem Weg zur Hausmatura – Planung, Validierung, Durchführung und Beurteilung einer Gemeinsamen Prüfung.

      Ausgehend von der individuellen Tradition der einzelnen Schule unterstützen wir den Prozess der «Hausmatura» (Eine Prüfung pro Fach und Schulstandort), helfen bei der Klärung der Rollen bezüglich Zusammenarbeit in der Fachschaft und geben wichtige Inputs im Hinblick auf die konkrete Anwendung der Gütekriterien.

  • Ausbildung der Lehrpersonen: Modul für den Fachdidaktikkurs

    • Junge Lehrpersonen haben meistens automatisch das Bedürfnis, ihre ersten Leistungskontrollen beim Unterrichten mit ihren Kolleginnen abzusprechen. Das vierstündige  Modul möchte – ausgehend vom einzelnen Fach – sensibilisierend wirken und dazu beitragen, dass «Gemeinsames Prüfen» auch nach mehreren Praxisjahren eine Selbstverständlichkeit bleibt.

Kooperation und Resonanz

  • Aufruf zur Kooperation

    • Gibt es an Ihrer Schule Beispiele oder Projekte Gemeinsamen Prüfens? Wir freuen uns, wenn Sie diese mit dem Formular «Praxisbeispiel» (Download) stichwortartig beschreiben und an Romano Mero einsenden. Vielen Dank!

  • Resonanz aus der Praxis

    • Ein «Rat Gemeinsames Prüfen», der aus Mitgliedern von Schulleitungen, Bildungsbehörden und Fachdidaktik besteht, die Erfahrungen mit Gemeinsamem Prüfen gemacht und umgesetzt haben, begleitet das Projekt. Dieses Resonanzorgan gewährleistet den Bezug zur Alltagspraxis und agiert als beratendes und motivierendes Netzwerk.